Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Theologie (ev.)

Evangelische Theologie – was ist das?

Das Wort Theologie setzt sich zusammen aus den griechischen Wörtern theos und logos. Übersetzen lässt sich das mit der „Rede von Gott“ oder etwas freier mit der „Lehre von Gott“.

Die evangelische Theologie interpretiert mit Hilfe wissenschaftlicher Methoden die christliche Tradition von ihrem Ursprung bis zur Gegenwart.

Jetzt fragst du dich vielleicht: „Ist die Theologie nicht anders als andere Fächer?“. Immerhin ist Gott das zentrale Element dieser Wissenschaft, was eine Existenz Gottes von vornherein voraussetzt.

Ja und nein!
Ja, die Theologie ist anders als andere Fächer, denn ihr zentraler Gegenstand ist nicht nachweisbar. Diese Besonderheit hat zur Folge, dass die theologische Wissenschaft sich in einem permanenten Frageprozess befindet, in den die Studierenden genauso eingebunden sind wie die Lehrenden selbst.

Nein, denn die wissenschaftlichen Arbeitsweisen sind mit denen anderer Fächer identisch. Zum einen beschäftigt sich die Theologie in erster Linie mit Texten. Hier wendet die Theologie viele Herangehensweisen und Interpretationstechniken der Textwissenschaften wie zum Beispiel der Germanistik oder der Literaturwissenschaft an. Zum anderen hat das Christentum seit seiner Entstehung auch eine historische Bedeutung. Insofern sind in der Theologie auch Methoden der Geschichtsforschung gefragt. Und nicht zuletzt ist die Kirche als Institution eine gesellschaftliche Größe, die nur mit soziologischen Arbeitsweisen angemessen analysiert werden kann.

Geht´s noch ein bißchen genauer?

Geht´s noch ein bißchen genauer?

Ja klar! Dein Studium der evangelischen Theologie besteht im Wesentlichen aus den fünf Teildisziplinen Altes Testament (AT), Neues Testament (NT), Kirchengeschichte,  Systematische Theologie und Praktische Theologie.

Am Ende deines Studiums sollst du dir eigenständig theologische Urteile bilden können. Wichtigste Grundlage dafür ist natürlich die genaue Kenntnis und Analyse der biblischen Texte. In den Fächern AT und NT lernst du, diese im Original zu lesen und in ihrem jeweiligen geschichtlichen, kulturellen und sozialen Kontext zu interpretieren.
 
Im Fach Kirchengeschichte erwirbst du Grundkenntnisse über die Geschichte des Christentums, seiner Institutionen und Gemeinschaftsformen.

Die Systematische Theologie ist in die Bereiche Dogmatik und Ethik unterteilt. Die Dogmatik setzt sich mit der aktuellen Lehre der Evangelischen Kirche auseinander. Insbesondere beschäftigt sie sich mit der gegenwärtigen Bedeutung des christlichen Glaubens im Dialog mit der Philosophie sowie mit den Natur- und Kulturwissenschaften.

Die Ethik konzentriert sich auf die Möglichkeit christlicher Handlungsorientierung. Sie fragt also nach dem guten und richtigen Handeln im Sinne der evangelischen Glaubenslehre. Hierbei werden nicht nur gesellschaftliche Fragen, sondern auch solche aus dem persönlichen Leben und Erleben diskutiert.

In der Praktischen Theologie lernst du die unterschiedlichen Kommunikationsformen des christlichen Glaubens in der Kirche, die Bildungstheorien des Christentums und die Ausgestaltung kirchlicher Organisationen kennen und analysieren. In diesem Teilbereich wird die allen theologischen Fächern innewohnende Beziehung zwischen der Theologie und der Praxis des christlichen Glaubens ausdrücklich in den Vordergrund gestellt. Falls du später einen Lehrberuf ergreifen möchtest, erhältst du in diesem Bereich erstes Handwerkszeug.

Du kannst dein Studium der Evangelischen Theologie mit einem kirchlichen Examen oder einem Diplom abschließen oder als Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang studieren. In diesem Fall heißt dein Studiengang Evangelische Religionslehre und richtet sich in erster Linie an dich, wenn du später einen Lehrberuf ergreifen möchtest. Um dich über Unterschiede der Studiengänge sowie Wahl- und Wechselmöglichkeiten genauer zu informieren, wende dich am besten an die Zentrale Studienberatung oder an die zuständige Studienfachberatung.

Was solltest du mitbringen?

Was solltest du mitbringen?

Für eine detaillierte Kenntnis und Analyse insbesondere der biblischen Texte ist es wichtig, diese in ihrer ursprünglichen sprachlichen Form lesen zu können. Daher musst du für ein Studium der evangelischen Theologie das Latinum, das Graecum und das Hebraicum vorweisen. Für das Studienfach Evangelische Religionslehre brauchst du Latein- und Griechischkenntnisse.

Aber sei beruhigt –  nicht gleich zu Beginn deines Studiums.
Trotzdem sind die Sprachen zugegebenermaßen eine recht hohe Hürde, falls du kein Sprachgenie bist. Bestimmte Kurse kannst du erst dann belegen, wenn du die entsprechenden Sprachprüfungen abgelegt hast.

Deswegen ist von Vorteil, wenn du gleich zu Beginn deines Studiums mit dem Spracherwerb beginnst und ihn nicht vor dir herschiebst. Und vielleicht hast du ja zumindest dein Latinum schon seit dem Abi in der Tasche. Die genauen Regelungen für alle Sprachen in den jeweiligen Studiengängen findest du, wenn du dem Link folgst.

Da es sich bei der Theologie in erster Linie um eine Textwissenschaft handelt, solltest du Spaß daran haben, dich mit Texten generell und insbesondere mit religiösen Texten intensiv auseinanderzusetzen. Eine sichere Beherrschung der deutschen Sprache ist dafür natürlich Voraussetzung.

Während deines Studiums musst du ein mindestens vierwöchiges, qualifiziert begleitetes Berufspraktikum ableisten.

Falls du Lehrerin oder Lehrer werden möchtest, ist die Freude am Unterrichten und an der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen eine weitere Grundvoraussetzung. Mehr zum Thema Lehramt findest du hier. zudem stehen dir bei Fragen die Fachberaterinnen für den Lehrerberuf zur Verfügung.

Da die Studienfächer Evangelische Religionslehre und Theologie (ev.) zurzeit an der Uni Kiel nicht zulassungsbeschränkt sind, brauchst du dich nicht zu bewerben. Informationen zur Einschreibung und was du dafür beachten musst, erhältst du beim Studierendenservice - Bereich Einschreibung und Studienangelegenheiten – der Universität Kiel.

Was machst du nach dem Studium?

Was machst du nach dem Studium?

Das Studium mit dem Ziel, ein kirchliches Examen abzulegen, bereitet dich in erster Linie auf eine aktive Tätigkeit als Pfarrerin oder Pfarrer in einer Gemeinde vor.

Du beendest dein Uni-Studium dann mit der Ersten Theologischen Prüfung. Anschließend trittst du in eine zweite Ausbildungsphase ein - den kirchlichen Vorbereitungsdienst, auch Vikariat genannt. Das Vikariat dauert zweieinhalb Jahre, wird in einer Gemeinde, einer Schule und im Predigerseminar absolviert und endet mit der Zweiten Theologischen Prüfung. Erst dann bist du fertig ausgebildet und kannst in deinen Beruf als Gemeindepfarrerin oder -pfarrer einsteigen.

Der Studiengang vermittelt dir aber auch methodische und inhaltliche Kompetenzen, die dir weitere Berufsmöglichkeiten eröffnen. So kannst du später auch im Verlagswesen, in den Medien, im Kulturbetrieb oder im sozialen Bereich arbeiten.

Der Zwei-Fächer Bachelorstudiengang Evangelische Religionslehre ist für dich geeignet, wenn du im Anschluss an dein Studium einen Lehrberuf am Gymnasium anstrebst.

Über weitere spätere Beschäftigungsmöglichkeiten informiert die die Studienfachberatung.

Gängige Vorurteile

Wer Theologie studiert , trägt Jesus-Latschen, hält dauerhaft Zwiegespräche mit Gott und ist latent weltfremd.

Blödsinn. Die Theologie wirft jede Menge gesellschaftlich relevante Fragen auf und diskutiert sie vor dem Hintergrund ihres speziellen Standpunktes. Dabei werden die Herausforderungen, die zum Beispiel die Gentechnik für unsere Gesellschaft mit sich bringt, genauso erörtert wie die Möglichkeiten eines friedlichen Zusammenlebens der verschiedenen Weltreligionen. Dafür muss man der Welt gerade besonders zugewandt sein und muss reflektieren können.

Weiterführende Informationen findest du hier:

Zentrale Studienberatung
Studienfachberatung
Seite der Theologischen Fakultät
Studieninformationsblatt Evangelische Religionslehre, Bachelor
Studieninformationsblatt Theologie (ev.)
Studieninformtionsblatt Bachelor- und Masterstudiengänge
Fachschaft Theologie