Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Russische Philologie - Bachelor

Russische Philologie - was ist das?

Tolstoi, Dostojewski, Solschenyzin – das sind große Namen, die dir geläufig sein sollten, schließlich gehören sie zur Crème de la crème der russischen Literatur. Und du kannst dich in deinem Studium der Russischen Philologie nicht nur mit ihnen eingehend beschäftigen.
Gegenstand der Russischen Philologie sind die russische Sprache und Literatur in Vergangenheit und Gegenwart sowie die russische Landeskunde. Sprache und Literatur reflektieren immer auch die Umstände, unter denen ein Volk lebt. Und daher dreht sich dein Studium nicht nur um die russische Sprache und Literatur als solche. Du wirst auch tiefe Einblicke in die gesamte russische Kultur, seine Geschichte, seine Menschen und Eigenheiten nehmen können.
Du wirst zuerst in die allgemeine Methodik der Sprach- und Literaturwissenschaft eingeführt, damit du das Handwerk erlernst. Thematisch liegen die Schwerpunkte auf der heutigen Sprachstruktur des Russischen sowie der Geschichte der russischen Literatur und der Analyse einzelner literarischer Werke von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Einen dritten Schwerpunkt bildet die Kulturkunde, also die Beschäftigung mit historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten in Russland.

Geht´s noch ein bisschen genauer?

Geht´s noch ein bisschen genauer?

Ja klar! Russland ist ein großes und bevölkerungsreiches Land. Deswegen werden an der CAU Kiel Schwerpunkte gesetzt, die deinem Studium den Touch des Besonderen geben.
Dies ist zum einen die internationale Ausrichtung des Studiengangs. Wir fördern dies durch einen verbindlichen Auslandsaufenthalt. Darüber hinaus findet ein reger Austausch mit russischen Partnerinstituten statt, und du erhältst die Möglichkeit, verschiedene Lehrveranstaltungen bei russischen Wissenschaftlern zu absolvieren.
Zum zweiten wird an der CAU Kiel die Interdisziplinarität groß geschrieben. Eine Besonderheit, die du so an anderen Unis nicht findest, ist die Einbindung des Instituts für Slavistik in die fächerübergreifende Arbeitsgemeinschaft des Zentrums für Osteuropastudien der Universität Kiel. Das gibt dir die Chance, wertvolle – und im Berufsleben gefragte – fachübergreifende Erfahrungen zu sammeln. Du kannst so z.B. die Bereiche Osteuropäische Geschichte und Osteuropäisches Recht kennen lernen und mit der Russischen Philologie verknüpfen.
Interdisziplinäres Arbeiten ist auch innerhalb des Instituts für Slavistik ein großes Thema. Die vergleichende Slavistik spielt in deinem Studium eine zunehmende Rolle. Hier wirst du Literatur und Kultur der drei Sprachräume Russisch, Tschechisch und Polnisch nicht isoliert, sondern insgesamt betrachten.
Dank der interdisziplinären Ausrichtung des Studiengangs wirst du also einen reichen Wissensschatz über Sprache, Literatur, Kultur, Geschichte und Gesellschaft Russlands ansammeln. Wozu du ihn nutzen kannst, erfährst du weiter unten.
Russische Philologie wird als Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang angeboten. Das bedeutet für dich, dass du dir ein weiteres Studienfach aussuchen musst, dass du mit Russischer Philologie kombinieren kannst. Informationen zu den Fächerkombinationen und den Strukturen der Zwei-Fächer-Bachelorstudiengänge findest du im Studieninformationsblatt Bachelor- und Masterstudiengänge.
Wenn du mehr über die Studienmöglichkeiten an der Uni Kiel erfahren möchtest, wende dich bitte an die Mitarbeiterinnen der Zentralen Studienberatung. Oder sprich den Studienfachberater an.

Was solltest du mitbringen?

Was solltest du mitbringen?

Zuerst einmal solltest du dich natürlich für Russland und seine Kultur begeistern. Dazu gehört vor allem die Bereitschaft und Freude, sich in Wort und Schrift mit einer fremden Sprache (und damit auch einer anderen Kultur) vertraut zu machen und deren literarische Werke im Original zu lesen. „Schrift“ ist hier übrigens durchaus doppeldeutig, da in Russland ja die kyrillische Schrift gebraucht wird. Über die Sprache findest du leicht Zugang zu der entsprechenden Kultur. Aus diesem Grund wird der Sprachunterricht ein zentrales Element deines Studiums sein.
Außerdem brauchst du für dein Studium wissenschaftliche Neugier und ein grundsätzliches Interesse an methodologischen Fragen. Hierfür solltest du die deutsche Sprache sicher beherrschen.
Die generelle Voraussetzung für die Aufnahme deines Studiums der Russischen Philologie ist die allgemeine oder die fachgebundene Hochschulreife. Da viele sprach-, literatur- oder kulturwissenschaftliche Publikationen auf Englisch verfasst sind solltest du hierin Lektürefähigkeiten mitbringen, vier Jahre Schulenglisch sind ausreichend.
Du kannst dies notfalls auch während der ersten beiden Semestern deines Studiums nachholen. Du kannst die Voraussetzungen auch hier nachlesen.
Bei Studienbeginn musst du noch kein Russisch können. Du wirst die Sprache in Rahmen des Studiums in Sprachkursen erlernen. Dies ist eine unabdingbare Voraussetzung für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der russischen Sprache und Literatur.
Es gibt Vereinbarungen über Stipendien zu „Sommerschulen“ (Sprachkurse) mit den Partneruniversitäten. Du solltest die Sommerschule noch um einen Praktikumsanteil ergänzen, für dessen Organisation du selbst verantwortlich bist. So kannst du dieses Angebot ideal nutzen, um dich intensiv um den Spracherwerb zu kümmern.
Da das Studienfach Russische Philologie zurzeit an der Uni Kiel nicht zulassungsbeschränkt ist, brauchst du dich nicht zu bewerben. Informationen zur Einschreibung und was du dafür beachten musst, erhältst du beim Studierendenservice - Bereich Einschreibung und Studienangelegenheiten – der Universität Kiel.

Und was machst du nach dem Studium?

Und was machst du nach dem Studium?

Der Bachelor bildet einen ersten qualifizierten Abschluss und ermöglicht dir generell den Einstieg ins Berufsleben. Wie bei vielen geisteswissenschaftlichen Fächern bereitet dich der Studiengang Russische Philologie jedoch nicht auf ein konkretes Berufsbild vor.
Für eine spätere Anstellung ist gerade die Interdisziplinarität, wie sie die CAU Kiel bietet, vorteilhaft, da sie eine Erweiterung deines Horizonts über das streng fachliche hinaus eröffnet. Du hast also vielfältige Möglichkeiten: du kannst z.B. im Verlagswesen, in der Erwachsenenbildung, im Kultursektor, in der Wirtschaft und in den Medien tätig sein.
Du siehst also, du hast vielfältige Möglichkeiten. Deshalb empfehlen wir dir sehr, schon während deiner Studienzeit Praktika zu absolvieren. Das erhöht deine Einstiegschancen deutlich. Außerdem lernst du verschiedene Branchen kennen und findest viel schneller heraus, auf welches berufliche Einsatzgebiet du dich spezialisieren möchtest.  
Ein Bachelorabschluss ist zudem Voraussetzung für einen weiterführenden Studiengang wie den Master. Dort kannst du dich weiter spezialisieren und deine wissenschaftliche Qualifikation ausbauen. Oder du kannst mit dem Master of Education Russischlehrer werden.
Über weitere spätere Beschäftigungsmöglichkeiten informiert die die Studienfachberatung.

Gängige Vorurteile

„Besoffen wie zehn Russen“ – den Schnack kennt jeder. Weitere Vorurteile sind:  „Wodka ist wichtig für Russen, aber die Zeiten der russischen Kultur sind doch längst vorbei. Wirtschaftlich sieht es dort auch nicht gerade rosig aus.“ Warum soll ich mich also für ein Russischstudium entscheiden?
Du liebe Güte, es sind doch nicht alle Russen Alkoholiker! Und sind Bier und Wein etwa nicht wichtig in der deutschen Kultur? Also nicht gleich übertreiben. Der russischen Wirtschaft geht es ganz gut und Russland ist ein sehr großer Markt für deutsche Unternehmen – schließlich willst du ja vielleicht  in der freien Wirtschaft arbeiten, falls du dich mit dem Gedanken trägst, nach Russland zu gehen. Du solltest aber auch in Betracht ziehen, dass inzwischen auch russische Unternehmen in Deutschland Fuß fassen (so etwa der Sponsor des Bundesligisten Schalke 04). Aber auch in der kulturellen, der politischen und der gesellschaftlichen Sphäre ist Russland ein Land mit großer Bedeutung und noch größerem Entwicklungspotential.
Abschließend – und das ist hier am wichtigsten – ist noch zu erwähnen, dass es in Russland auch nach Tolstoi und Dostojewski sehr viele herausragende Schriftsteller, Künstler, Wissenschaftler und Persönlichkeiten gab und auch noch gibt. Drei Literaturnobelpreise, sechs Nobelpreise für Physik, ein Nobelpreis für Chemie und vor allem auch zwei Friedensnobelpreise sprechen da eine eindeutige Sprache! Und auch sonst gibt es noch viel aufzuarbeiten und zu entdecken, schließlich wurde die russische Literatur, Sprache und Kultur bei uns lange Zeit eher stiefmütterlich behandelt. Ein spannendes Studium ist deshalb garantiert!