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Romanische Philologie

Romanische Philologie – was ist das?

Gleich einmal vorweg: Hier bist du richtig, wenn du Französisch, Spanisch, Italienisch oder Portugiesisch studieren möchtest.

Die Sprachen Französisch, Spanisch, Italienisch, Portugiesisch werden unter dem Begriff "Romanisch" zusammengefasst, weil sie einen gemeinsamen Ursprung haben: Sie alle stammen vom Latein ab und haben sich in den verschiedenen Gebieten des ehemaligen Römischen Reiches, die besonders stark von der römischen Kultur geprägt worden sind, eigenständig weiterentwickelt.

Der Begriff "Philologie" wiederum bedeutet übersetzt die "Liebe zum Wort".
Diese schöne Umschreibung macht doch richtig Lust auf das Fach, oder?

Im Falle der "Romanischen Philologie" solltest du also eine Vorliebe und ein Interesse für die Kulturen, Sprachen und Literaturen romanischsprachiger Länder haben.

Geht´s noch ein bisschen genauer?

Geht´s noch ein bisschen genauer?

Ja klar!
Die Romanische Philologie lässt sich grob in drei Bereiche gliedern:

  • die Sprachwissenschaft
  • die Literaturwissenschaft
  • die Kulturwissenschaft

Es geht im Studium nicht nur darum, Vokabeln und Grammatik einer Sprache zu lernen. Die Beschäftigung mit dem Sprachraum deiner Wahl reicht viel weiter.

Wer spricht mit wem, wann und wo?

In der Sprachwissenschaft oder Linguistik wird die Sprache an sich zum Gegenstand der Betrachtung. Es ist so selbstverständlich und alltäglich zu sprechen, dass du vermutlich normalerweise nicht darüber nachdenkst, aber in der Linguistik beschäftigst du dich gerade mit dieser menschlichen Tätigkeit.

Der Romanist EUGENIO COSERIU (1921-2002) beschreibt diese Aktivität folgendermaßen:
“hablar sería una actividad universal,
realizada por individuos particulares,
en cuanto miembros de comunidades históricas.”

Als Sprecher kannst du konkret aus vielfältigen Möglichkeiten schöpfen, die dir eine bestimmte Sprache bietet, kannst deine Worte wählen und beliebig viele Sätze formulieren. Dabei musst du selbstverständlich die Regeln der Sprache kennen und wissen, was in einer Sprachgemeinschaft üblich ist.
Die Sprachwissenschaft untersucht die Struktur der Einzelsprache und ihre historische Entwicklung.

Wer hat was auf welche Weise und warum gerade so geschrieben?
Gegenstand der Literaturwissenschaft ist die Literatur eines einzelnen Landes oder eines Kulturkreises.

Das Dictionnaire de l’Académie française, ein prestigereiches Lexikon des Französischen definiert littérature als
« ensemble des productions littéraires d’une nation, d’un pays, d’une époque »
und es wird ergänzt:
« Il signifie aussi connaissance des principes, des procédés admis dans les ouvrages de l’esprit ».

In der literaturwissenschaftlichen Arbeit hinterfragst du also die Entstehung eines Werkes und ordnest es in seinen historischen Kontext ein.
Darüberhinaus lernst du Texte wissenschaftlich zu lesen, ihren Inhalt zu interpretieren und Besonder¬heiten der verschiedenen Gattungen zu erkennen.
So ähnlich kennst du es sicher schon aus deinen Fremdsprachen- oder Deutschkursen in der Schule. Im Studium wird nur noch viel intensiver und detaillierter untersucht, welche Prinzipien und Verfahren verwendet werden, um einen Text zu einem literarischen, sprachkünstlerisch gestalteten Werk werden lassen.

Der alles umfassende Bereich ist die Kulturwissenschaft. Dazu gehört auch die Landeskunde. Dort erfährst du viel über die Geschichte, die Politik und die Gesellschaft, Mentalitäten und Eigenheiten des von dir ausgesuchten Kultur- und Sprachraums.

Was solltest du mitbringen?

Was solltest du mitbringen?

Am allerwichtigsten ist die Lust am Lesen, denn nicht umsonst heißt die Wissenschaft „Liebe zum Wort“! Du solltest Spaß daran haben, dich in eine fremde Kultur, Sprache und Literatur wissenschaftlich einzuarbeiten.

Grundvoraussetzung sind natürlich sehr gute Sprachkenntnisse in der romanischen Sprache deiner Wahl. Viele Vorlesungen und Seminare werden in der jeweiligen Fremdsprache gehalten und die literarischen Werke werden im Original gelesen. Ein sicherer Umgang mit der deutschen Sprache ist aber genauso wichtig.

Bereits vor Studienbeginn werden deine Vorkenntnisse in einem Eingangstest überprüft. Solltest du diesen Test im ersten Anlauf nicht schaffen, kannst du in den Anfangssemestern Trainingskurse an der Uni besuchen. Du musst den Test spätestens zu Beginn deines zweiten Studienjahres bestanden haben.

Außerdem benötigst du Lateinkenntnisse für das Studium der Romanischen Philologie. Falls du während deiner Schulzeit kein oder nicht ausreichend lange Latein gehabt hast, musst du bis zu Beginn deines zweiten Studienjahres zwei Latein-Grammatik-Kurse an der Uni erfolgreich abschließen.

Solange du deine Sprachkenntnisse in deiner Wahlsprache und in Latein nicht nachgewiesen hast, kannst du leider nur Sprachkurse und Vorlesungen besuchen. Genauere Informationen zu den benötigten Sprachkenntnissen findest du in der Studienqualifikationssatzung.

Ein Auslandsaufenthalt während des Studiums ist sehr zu empfehlen. So kannst du deine Sprachkenntnisse perfektionieren und Land, Leute und Kultur viel genauer kennen lernen.

Wenn du später Lehrerin oder Lehrer werden möchtest, solltest du natürlich auch Lust darauf haben, Kinder und Jugendliche zu unterrichten. Mehr zum Thema Lehramt findest du hier. Auch die Fachberater für den Lehrerberuf stehen dir bei Fragen zur Verfügung.

Was machst du nach dem Studium?

Was machst du nach dem Studium?

Als ausgebildete Romanistin oder ausgebildeter Romanist bist du ein Kommunikationsprofi. Du sprichst mehrere Sprachen, kennst andere Gesellschaften und weißt zwischen verschiedenen Kulturen zu vermitteln. Im Zeitalter der Globalisierung ist das eine sehr wichtige Qualifikation, die dir viele Möglichkeiten eröffnet. Generell könntest du in folgenden Branchen arbeiten:

  • Medien, Verlags- und Bibliothekswesen
  • Übersetzungswesen
  • Kulturmanagement und Öffentlichkeitsarbeit
  • Tourismus und Wirtschaft
  • Internationale Organisationen und diplomatischer Dienst

Der Einstieg in die Berufswelt verläuft oftmals über Praktika. Du kannst deine Einstiegschancen erhöhen, wenn du bereits während deiner Studienzeit das eine oder andere Praktikum absolvierst. So lernst du verschiedene Branchen kennen. Und findest  auch viel schneller heraus, was du später machen möchtest. Dann kannst du auch damit beginnen, dich auf eine bestimmte Richtung zu spezialisieren.

Übrigens: Wenn du Lehrerin oder Lehrer werden möchtest, machst du mit deinem Bachelorstudium einen ersten großen Schritt in diese Richtung.

Über weitere spätere Beschäftigungsmöglichkeiten kannst du dich gern bei der Zentralen Studienberatung genauer informieren oder dich mit den Studienfachberatern und -beraterinnen unterhalten. Dort erhältst du auch Infos zu allen anderen Themen rund um die Romanische Philologie und dein Studium.

Gängige Vorurteile

Du musst eine Frau sein, um Romanische Philologie zu studieren!

Das ist natürlich Unsinn. Zwar sind die Studentinnen deutlich in der Überzahl, aber das hat wohl eher etwas mit der Interessenlage und nicht mit der generellen Eignung zu tun.

Weiterführende Informationen findest du hier:

Zentrale Studienberatung
Studienfachberatung
Institutsseite des Romanischen Seminars

Studieninformationsblätter:

Studienqualifikationssatzung (benötigte Sprachkenntnisse)
Auslandsstudium
Fachschaft Romanistik