
Psychologie bedeutet wörtlich übersetzt die Lehre von der Seele. Das klingt im ersten Moment eher nach Philosophie. Aber du hast recht, wenn du denkst, dass sich die Psychologie mit sehr viel mehr beschäftigt. Sie zählt sich selbst sogar zu den Naturwissenschaften.
In der Psychologie steht der gesamte Mensch im Zentrum der wissenschaftlichen Aufmerksamkeit: seine Gefühle, seine Gedanken, sein Verhalten, sein subjektives Erleben, seine Beziehungen zu seiner Umwelt und die zahlreichen Voraussetzungen und Gründe dafür.
Diese Ausdrucksformen des Menschseins versucht die Psychologie zu ordnen. Obwohl jeder von uns ein Individuum ist und sich in bestimmten Situationen anders verhält oder anders denkt als andere, gibt es doch viele grundlegende Übereinstimmungen zwischen den Menschen. Um die Gesetzmäßigkeiten dahinter herauszufinden, stützen sich die Forscher in erster Linie auf Beobachtungen und Experimente, die ganz genau analysiert werden.
Schon an dieser sehr verkürzten Beschreibung kannst du erkennen, wie breit gefächert dieses Fachgebiet ist.
Ja klar! Es gibt verschiedene Fächer, deren Inhalte oder Methoden in der Psychologie zur Anwendung kommen.
So besteht zum Beispiel eine große Nähe zur Biologie, denn die Betrachtung der generellen Funktionsweise unseres Gehirns und der Wirkungsweisen von bestimmten Botenstoffen in unserem Körper sind auch für die Psychologie höchst interessant. Mit diesem Know-how lassen sich Zusammenhänge klären und Rückschlüsse auf unser Erleben und Verhalten vornehmen.
Genauso interessant ist die Zusammenarbeit mit der Soziologie, die unter anderem die Aspekte menschlichen Zusammenlebens in Gesellschaften erforscht. Der Mensch ist nun mal ein „Herdentier“ und unser Verhältnis zu unseren Eltern, Geschwistern, Freunden, ja zu unserem gesamten Lebensumfeld, prägt unser Denken und Verhalten.
Auch die Mathematik ist eine äußerst wichtige Hilfswissenschaft für die Psychologie. Insbesondere statistische Methoden sind aus dem Fach nicht wegzudenken und gehören für dich als angehenden Psychologen oder angehende Psychologin zum grundlegenden Handwerkszeug.
Während deines Studiums machst du ein Praktikum, das mindestens einen Umfang von 12 Wochen hat. Dabei kann es sich um ein oder um mehrere Praktika handeln. Ein einzelnes Praktikum muss aber mindestens sechs Wochen dauern.
Wenn du mehr über die Studienmöglichkeiten an der Uni Kiel erfahren möchtest, wende dich bitte an die Mitarbeiterinnen der Zentralen Studienberatung. Oder sprich den Studienfachberater an.
Grundsätzlich solltest du dich für die subjektiven Prozessen, die in uns Menschen ablaufen, und die Regeln, denen sie folgen, interessieren. Und du solltest Lust darauf haben, diese Regeln in den verschiedenen Berufsfeldern anzuwenden.
Wenn Mathematik bei dir Angst und Schrecken verbreitet, denke bitte ernsthaft darüber nach, ob die Psychologie das Richtige für dich ist. Denn mathematische Denkweisen und Methoden sind ein wichtiges Handwerkszeug und dementsprechend ein elementarer Studienbestandteil.
Du musst zwar kein Englisch-Profi sein, aber gute Englischkenntnisse runden dein „Profil“ ab. Denn während deines Studiums wirst du viele englische Texte lesen müssen.
Die Studienplätze im Studiengang Psychologie werden im Serviceverfahren durch die Stiftung für Hochschulzulassung vergeben Alle notwendigen Informationen und Antragsformulare zur Bewerbung für einen Studienplatz in Psychologie an der Universität Kiel findest du hier.
Psychologie ist eine Mischdisziplin, die dir sehr unterschiedliche Berufsziele eröffnet.
Da gibt es den „klassischen“ Weg zur klinischen Psychologie, der konkreten Arbeit mit psychisch kranken Menschen. Natürlich kannst du auch mit gesunden Menschen psychologisch arbeiten, zum Beispiel in einer schulpsychologischen Beratungsstelle.
Ein anderer möglicher Einsatzbereich liegt in der Wirtschaft. Bei der so genannten Arbeits- und Organisationspsychologie geht es zum Beispiel um die Auswahl des geeigneten Personals für ein Unternehmen. Auch die Erforschung von Arbeitsbedingungen oder -abläufen und deren negative oder positive Auswirkungen auf die Arbeitsleistung können Bestandteil dieses Zweiges der Psychologie sein.
Schließlich gibt es die Rechtspsychologie, um noch einen von vielen Tätigkeitsbereichen zu nennen. In dieser Sparte geht es darum, gerichtliche Gutachten zu verfassen sowie die Glaubwürdigkeit von Zeugen oder die Zurechnungsfähigkeit von Straftätern zu beurteilen. In Zusammenarbeit mit der Polizei werden darüber hinaus Täterprofile erstellt.
Über weitere spätere Beschäftigungsmöglichkeiten kannst du dich gern bei der Studienfachberatung informieren.
Zu 1: Alles Quatsch. Tatsächlich spielt Sigmund Freuds Psychoanalyse im Studium nur eine kleine Rolle im Rahmen eines historischen Überblicks.
Zu 2: Fehlanzeige! Tatsächlich liegt der Schwerpunkt der Psychologie auf der Erforschung gesunder Prozesse.
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Interview aus der Reihe "Steckbrief Studienfächer"
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