
Steinzeit, Bronzezeit, Eisenzeit. Diese Begriffe hat jeder schon gehört und weiß zumindest ungefähr, dass sie für bestimmte Zeitalter der Menschheitsgeschichte stehen.
Die Prähistorische und Historische Archäologie ist eine Geschichtswissenschaft, welche die genannten Epochen anhand der materiellen Hinterlassenschaften der Menschheit vom Anbeginn bis heute untersucht. In ihrem Mittelpunkt steht der Mensch mit seiner Kultur und Umwelt, die mit Hilfe von Sachquellen erschlossen werden.
Der Bachelorstudiengang vermittelt dir die Entwicklung der Menschheit vom Paläolithikum, als die Menschen als Jäger und Sammler lebten und erste Werkzeuge aus Stein, Holz oder Bein fertigten, bis in die Neuzeit.
Ziel ist es, mit Hilfe kultur- und naturwissenschaftlicher Methoden die Relikte der Menschen zu analysieren, um ein möglichst genaues Bild über Lebensweise und Umweltbedingungen in den verschiedenen Epochen zu erhalten.
In deinem Bachelorstudium der Prähistorischen und Historischen Archäologie wirst du dir grundlegendes Wissen über die einzelnen Epochen ebenso aneignen wie Kenntnisse der fachspezifischen Theorien, Methoden und Arbeitstechniken.
Ja klar! Eine der Besonderheiten der Prähistorischen und Historischen Archäologie ist die interdisziplinäre Verortung des Fachs zwischen Kultur- und Naturwissenschaften.
Die Entwicklung der Menschheit ist komplex und verläuft nicht einheitlich. Sie kann nicht nur isoliert in einer Disziplin untersucht werden. Um einen möglichst ganzheitlichen Blick zu erhalten, wirst du in deinem Studium lernen, die Hinterlassenschaften archäologisch, (sozial)historisch, naturwissenschaftlich und statistisch zu analysieren. Du wirst Einzigartigkeit und Vielfalt, Unterschiede und Gemeinsamkeiten menschlichen Verhaltens in seiner ganzen zeitlichen, räumlichen und kulturellen Ausdehnung kennenlernen.
Was genau versteht die Prähistorische und Historische Archäologie nun unter Hinterlassenschaften? Die Wissenschaft spricht in diesem Zusammenhang von Funden und Befunden. Funde sind in der Regel Gegenstände, die von Menschen geschaffen wurden. Das können Schmuckstücke, Gefäße, Werkzeuge oder Waffen sein.
Befunde dagegen sind sämtliche historisch aussagekräftigen Beobachtungen, die man an Fundstellen machen kann. Dazu können Mauerreste gehören, spezifische Erdschichten oder Biofakte, also zum Beispiel charakteristische Pflanzenüberreste wie Pollen. Zum Befund hinzuzählen lässt sich auch die Gesamtsituation an der Fundstelle, also zum Beispiel die genaue Lage aller einzelnen Fundstücke in ihrem Kontext.
Besonderes Gewicht legt die CAU Kiel auf die Kombination von Theorie und Praxis. Gemeinsame Projekte, Lehrgrabungen und Veranstaltungen mit dem Archäologischen Landesmuseum und dem Archäologischen Landesamt führen dich früh an die praktischen Seiten des Faches heran. Auch das Engagement des Instituts für Ur- und Frühgeschichte an zahlreichen Grabungen im In- und Ausland sichert dir früh Möglichkeiten, praktische Erfahrungen zu machen.
Prähistorische und Historische Archäologie wird als Ein-Fach-Bachelorstudiengang und als Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang angeboten.
Wenn du einen Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang studieren möchtest, bedeutet das für dich, dass du dir ein weiteres Studienfach aussuchen musst, dass du mit Prähistorischer und Historischer Archäologie kombinieren kannst. Informationen zu den Fächerkombinationen und den Strukturen der Zwei-Fächer-Bachelorstudiengänge findest du im Studieninformationsblatt Bachelor- und Masterstudiengänge.
Wenn du mehr über die Studienmöglichkeiten an der Uni Kiel erfahren möchtest, wende dich bitte an die Mitarbeiterinnen der Zentralen Studienberatung. Oder sprich die Studienfachberaterinnen und Studienfachberater an.
Auch wenn sich die Prähistorische und Historische Archäologie überwiegend mit materiellen Hinterlassenschaften aus der Ur- und Frühgeschichte der Menschen beschäftigt, sind Fremdsprachenkenntnisse eine entscheidende Grundlage wissenschaftlichen Arbeitens.
Aus diesem Grund bilden gute mündliche wie schriftliche Englischkenntnisse sowie Lektürefähigkeit in mindestens einer weiteren Sprache (Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, einer skandinavischen oder slawischen Sprache) eine Grundvoraussetzung für die Aufnahme des Bachelorstudiums.
Außerdem solltest du Interesse und Verständnis für mathematisch-naturwissenschaftliche Methoden und Denkweisen haben.
Freude an der Arbeit im Gelände und der anschließenden Anfertigung und Deutung von Fund- und Befunddokumentationen sind genauso wichtige Voraussetzungen für ein erfolgreiches Studium wie die Bereitschaft, manchmal recht aufwändige Literatur- und Museumsrecherchen vorzunehmen.
Bei der oftmals abwechslungsarmen Erfassung und Auswertung von Fundmaterialien und Grabungsergebnissen sowie der EDV-gestützten Dokumentation wird auch eine Portion Ausdauer von dir erwartet werden.
Ein optisches Gedächtnis für die Vielfalt von Geräteformen und Befundtypen runden dein Profil ab.
Da das Studienfach Prähistorische und Historische Archäologie zurzeit an der Uni Kiel nicht zulassungsbeschränkt ist, brauchst du dich nicht zu bewerben. Informationen zur Einschreibung und was du dafür beachten musst, erhältst du beim Studierendenservice - Bereich Einschreibung und Studienangelegenheiten – der Universität Kiel.
Als Absolventin oder Absolvent des Bachelorstudiengangs Prähistorische und Historische Archäologie wirst du in erster Linie für fachspezifische Berufsfelder ausgebildet.
Folgende Bereiche stehen dir grundsätzlich offen:
Darüber hinaus erwirbst du jedoch auch Kompetenzen, die dir den Weg in andere Berufe eröffnen. Folgende Branchen sind denkbare spätere Arbeitgeber:
Ein Bachelorabschluss ist zudem Voraussetzung für einen weiterführenden Studiengang wie den Master. Dort kannst du dich weiter spezialisieren und deine wissenschaftliche Qualifikation ausbauen.
Über weitere spätere Beschäftigungsmöglichkeiten informiert dich gern die Studienfachberatung.
Die Prähistorische Archäologie endet ziemlich genau da, wo die ersten Schriftquellen auftauchen. Aus historischen Zeiträumen ist alles bereits anhand von schriftlichen Quellen bekannt, so dass die Archäologie keine Bedeutung hat.
Auch wenn es so scheint, als ob sich das Fach gerade in früheren Zeiten nur auf wenig Konkretes, intersubjektiv Nachprüfbares stützen kann, so ist dies kein Fach für Mystiker und Spekulanten, die sich ihre spannenden Geschichten aus ein paar fauligen Holzspänen in Ackerkrumen zusammenklauben.
Natürlich braucht auch ein Archäologe eine gute Portion Fantasie. Schließlich muss er sich begeistern können für vorantikes Leben. Im Kern steht aber die wissenschaftliche Arbeit. Und die nutzt modernste Technik und eine immer weiter verfeinerte Methodik und kann so eben doch nachprüfbare, harte Erkenntnisse liefern.
Außerdem bieten interdisziplinäre Untersuchungen die große Chance, das Bild durch Ergebnisse der Nachbarwissenschaften ergänzen und überprüfen zu können. Das funktioniert natürlich auch in die andere Richtung.