Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Polnische Philologie - Bachelor

Polnische Philologie - was ist das?

Die Polnische Philologie ist ein Teilbereich der Slavistik. Dieses Studium bedeutet, dass du dich mit der Sprache und Literatur unserer östlichen Nachbarn eingehend beschäftigst. Zudem wirst du Einblicke in die Kultur und das Alltagsleben im heutigen Polen gewinnen.
Polen hat eine lange Geschichte, auch wenn dir der Schulatlas meist nur zeigt, dass nach dem ersten Weltkrieg plötzlich ein Staat zwischen Deutschland und Russland aufgetaucht ist. Bis zum 18. Jahrhundert war Polen sogar osteuropäische Großmacht! Du siehst also, dass die polnische Geschichte sehr spannend ist – eine richtige Achterbahnfahrt.
 Da Sprache und Literatur immer auch die Umstände reflektieren, unter denen ein Volk lebt, wirst du manches Ereignis der polnischen Geschichte sozusagen „nebenbei“ in deinem Studium kennen lernen.
Gegenstand der Polnischen Philologie sind die polnische Sprache und Literatur in Vergangenheit und Gegenwart sowie die polnische Landeskunde. Du wirst zuerst in die allgemeine Methodik der Sprach- und Literaturwissenschaft eingeführt, damit du das Handwerk erlernst. Thematisch liegen die Schwerpunkte auf der heutigen Sprachstruktur des Polnischen sowie der Geschichte der polnischen Literatur und der Analyse einzelner literarischer Werke von der Aufklärung bis zur Gegenwart. Einen dritten Schwerpunkt bildet die Kulturkunde, also die Beschäftigung mit historischen, kulturellen und gesellschaftlichen Gegebenheiten in Polen.

Geht´s noch ein bisschen genauer?

Geht´s noch ein bisschen genauer?

Ja klar! Polnische Philologie mag zwar nach einem kleinen Fach klingen. Schon ein kurzes Nachdenken wird dich aber zu dem Schluss bringen, dass ein Nachbarland etwa von der Größe Spaniens eigentlich nicht so klein sein kann. Gerade deswegen werden an der CAU Kiel Schwerpunkte gesetzt, die deinem Studium den Touch des Besonderen geben.
Dies ist zum einen die internationale Ausrichtung des Studiengangs. Wir fördern dies durch einen obligatorischen Auslandsaufenthalt. Darüber hinaus findet ein reger Austausch mit polnischen Partnerinstituten statt und du erhältst die Möglichkeit, verschiedene Lehrveranstaltungen bei polnischen Wissenschaftlern zu absolvieren.
Zum zweiten wird an der CAU Kiel die Interdisziplinarität groß geschrieben.
Eine Besonderheit, die du so an anderen Unis nicht findest, ist die Einbindung des Instituts für Slavistik in die fächerübergreifende Arbeitsgemeinschaft des Zentrums für Osteuropastudien der Universität Kiel. Das gibt dir die Chance, wertvolle – und im Berufsleben gefragte –Erfahrungen aus verschiedenen Zweigen zu sammeln. Du kannst so z.B. die Bereiche Osteuropäische Geschichte und Osteuropäisches Recht kennen lernen und mit der Polnischen Philologie verknüpfen.
Interdisziplinäres Arbeiten ist auch innerhalb des Instituts für Slavistik ein großes Thema. Die vergleichende Slavistik spielt in deinem Studium eine zunehmende Rolle. Hier wirst du Literatur und Kultur der drei Sprachräume Polnisch, Tschechisch und Russisch nicht isoliert, sondern in ihrer Gesamtheit auch in Bezug zu Deutschland betrachten.
Dank der interdisziplinären Ausrichtung des Studiengangs wirst du also einen reichen Wissensschatz über Sprache, Literatur, Kultur, Geschichte und Gesellschaft Polens ansammeln. Wozu du ihn nutzen kannst erfährst du weiter unten.
Polnische Philologie wird als Zwei-Fächer-Bachelorstudiengang angeboten. Das bedeutet für dich, dass du dir ein weiteres Studienfach aussuchen musst, dass du mit Polnischer Philologie kombinieren kannst. Informationen zu den Fächerkombinationen und den Strukturen der Zwei-Fächer-Bachelorstudiengänge findest du im Studieninformationsblatt Bachelor- und Masterstudiengänge.
Wenn du mehr über die Studienmöglichkeiten an der Uni Kiel erfahren möchtest, wende dich bitte an die Mitarbeiterinnen der Zentralen Studienberatung. Oder sprich die Studienfachberaterinnen und Studienfachberater an.

Was solltest du mitbringen?

Was solltest du mitbringen?

Urlaub an der Masurischen Seenplatte oder der polnischen Ostseeküste mit ihren Haffs und Nehrungen? Wunderschön, zweifellos. Polen bietet aber nicht nur Natur, sondern auch Kultur.
Der Komponist Chopin z.B. war Pole und ebenso die Doppel-Nobelpreisträgerin für Chemie und Physik Marie Curie.  Und auch die polnische Literatur hat viel zu bieten: nämlich gleich vier Nobelpreisträger für Literatur, zuletzt 1996 für Wislawa Szymborska. Mit denen wirst du dich garantiert befassen.
Zuerst einmal solltest du dich aber natürlich für Polen und seine Kultur begeistern.
Dazu gehört vor allem die Bereitschaft und Freude, sich in Wort und Schrift mit einer fremden Sprache (und damit auch einer anderen Kultur) vertraut zu machen und deren literarische Werke im Original zu lesen. Über die Sprache findest du leicht Zugang zu der entsprechenden Kultur. Aus diesem Grund wird der Sprachunterricht ein zentrales Element deines Studiums sein.
Außerdem brauchst du für dein Studium wissenschaftliche Neugier und ein grundsätzliches Interesse an methodologischen Fragen. Hierfür solltest du die deutsche Sprache sicher beherrschen.
Die generelle Voraussetzung für die Aufnahme deines Studiums der Polnischen Philologie ist die allgemeine oder die fachgebundene Hochschulreife. Außerdem solltest du Lektürefähigkeiten im Englischen mitbringen (da viele sprach-, literatur- und kulturwissenschaftliche Publikationen auf Englisch verfasst sind), vier Jahre Schulenglisch sind ausreichend. Du kannst die Voraussetzungen auch hier nachlesen.
Du kannst dies notfalls auch während der ersten beiden Semester deines Studiums nachholen.
Bei Studienbeginn musst du noch kein Polnisch können. Du wirst die Sprache in Rahmen des Studiums in Sprachkursen erlernen. Dies ist eine unabdingbare Voraussetzung für die wissenschaftliche Beschäftigung mit der polnische Sprache und Literatur.
Es gibt Vereinbarungen über Stipendien zu „Sommerschulen“ (Sprachkurse) oder längerfristigen Studienaufenthalten mit den Partneruniversitäten. Du solltest die Sommerschule noch um einen Praktikumsanteil ergänzen, für dessen Organisation du selbst verantwortlich bist. So kannst du dieses Angebot ideal nutzen, um dich intensiv um den Spracherwerb zu kümmern.
Da das Studienfach Ponische Philologie zurzeit an der Uni Kiel nicht zulassungsbeschränkt ist, brauchst du dich nicht zu bewerben. Informationen zur Einschreibung und was du dafür beachten musst, erhältst du beim Studierendenservice - Bereich Einschreibung und Studienangelegenheiten – der Universität Kiel.

Und was machst du nach dem Studium?

Und was machst du nach dem Studium?

Der Bachelor bildet einen ersten qualifizierten Abschluss und ermöglicht dir generell den Einstieg ins Berufsleben. Wie bei vielen geisteswissenschaftlichen Fächern bereitet dich der Studiengang Polnische Philologie jedoch nicht auf ein konkretes Berufsbild vor.
Für eine spätere Anstellung ist gerade die Interdisziplinarität, wie sie die CAU Kiel bietet, vorteilhaft, da sie eine Erweiterung deines Horizonts über das streng fachliche hinaus eröffnet. Du hast vielfältige Möglichkeiten: du kannst z.B. im Verlagswesen, in der Erwachsenenbildung, im Kultursektor, in der Wirtschaft und in den Medien tätig sein. Insbesondere dort, wo Polen und Deutsche zusammenarbeiten, hast du gute Chancen.
Polen ist heute ein befreundeter Nachbarstaat und EU-Mitglied mit erheblicher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Dynamik und entsprechenden Potenzialen. Du wirst mit deinem Studium auch darauf vorbereitet, in den polnisch-deutschen Beziehungen arbeiten zu können, die sich in näherer Zukunft sicher weiter intensivieren werden. Es sollte kein großes Problem sein, als Studierender der Polonistik im Berufsleben anzukommen –auch nicht für dich!
Du siehst also, du fährst nicht eingleisig. Deshalb empfehlen wir dir sehr, schon während deiner Studienzeit Praktika zu absolvieren. So lernst du verschiedene Branchen kennen und findest viel schneller heraus, auf welches berufliche Einsatzgebiet du dich spezialisieren möchtest. Durch Praktika erhöhst du deine Einstiegschancen deutlich.
Ein Bachelorabschluss ist zudem Voraussetzung für einen weiterführenden Studiengang wie den Master. Dort kannst du dich weiter spezialisieren und deine wissenschaftliche Qualifikation ausbauen.
Über weitere spätere Beschäftigungsmöglichkeiten informiert dich gern die Studienfachberatung.

Gängige Vorurteile

 „Polen – hmm... ist ja ein ziemlich großer Fleck auf der Landkarte, aber eigentlich hört man gar nichts darüber, außer dass die Menschen dort erzkatholisch und deutschfeindlich sind. Gibt´s da überhaupt Kultur?“
Vor allem die junge (und auch ein beträchtlicher Teil der älteren) Generation in Polen ist weder deutschfeindlich noch erzkatholisch. Und natürlich gibt es in Polen Kultur, und zwar eine alte und reiche Kultur, die eigentlich immer eng mit der deutschen verflochten war. Eine Beschäftigung mit ihr lohnt also in jedem Fall!
Gut, Polen ist ein katholisch geprägtes Land, aber das ist Frankreich auch. Es ist schließlich nicht so, dass die polnischen Katholiken radikale Fundamentalisten wären. Auf eine latente Deutschfeindlichkeit kann man bei einer Minderheit leider in der Tat noch stoßen - so wie auch in Frankreich. Die meisten Polen sehen in den Deutschen aber einfach einen Nachbarn, mit dem man gut auskommen möchte. Deshalb werden die wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Beziehungen zwischen Polen und Deutschland immer enger. Und gerade das sollte Ansporn sein, durch interkulturelles Arbeiten daran mitzuwirken, dass die in der jüngeren Vergangenheit oft problematische Beziehung zwischen Deutschland und Polen durch eine positive Zukunft abgelöst wird.
Außerdem erhältst du eine grundlegende sprach- und literaturwissenschaftliche Ausbildung, die zudem noch interdisziplinär ausgerichtet ist. So erwirbst du dir zahlreiche Fertigkeiten, die dich zu weit mehr befähigen als z.B. zum Taxifahren. Aber über deine Berufsaussichten hast du ja schon weiter oben einiges erfahren können.