Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Musikwissenschaft - Bachelor

Musikwissenschaft - was ist das?

Die Musikwissenschaft ist kein musikpraktischer, auch kein musikpädagogischer Studiengang, sondern ein musiktheoretischer. Du kannst mit einem „MuWi“-Studium daher kein Musiklehrer werden. Es geht also nicht darum, Musik zu machen, sondern darum zu lernen, wie man sich über Musik verständigen kann, unter welchen Voraussetzungen Musik entstanden ist und wie sie sich zu anderen Arten von Musik verhält.
Die Musikwissenschaft betrachtet die Musik in ihrer Geschichte. Sie will wissen: Was hat die Menschen in einer bestimmten Epoche beschäftigt? Welche Auswirkungen hatte das auf ihre Musik? Wie dachten sie also über Musik und wie dachten sie in Musik, wie drückten sie ihre Gedanken in Musik aus? Gleichzeitig forschst du als Musikwissenschaftler oder als Musikwissenschaftlerin darüber, welche Musik wann und wo aufgeführt wurde, z. B. in Kirchen, Theatern und Konzertsälen.
In der Musikwissenschaft finden verschiedenste Fragestellungen zusammen:
Von kompositionsgeschichtlichen, sozialgeschichtlichen und diskursgeschichtlichen geht deine Reise durch die Welt der Musik bis hin zu ästhetischen und musiktheoretischen Fragestellungen.

Geht´s noch ein bisschen genauer?

Geht´s noch ein bisschen genauer?

Ja, klar! Musik ist ein Teilbereich von Kultur. Menschen müssen nicht lange zusammen sein, bis sie auf die Idee kommen, gemeinsam zu musizieren. Unter welchen äußeren und inneren Rahmenbedingungen sie das im Laufe der Geschichte taten, lernst du unter anderem während dieses Studiums.
Ein Schwerpunkt deines Studiums liegt auf der westlichen Kunstmusik und wie sie sich aus der Antike bis heute entwickelt hat. Natürlich haben die Menschen schon viel früher musiziert, doch haben sie keine schriftlichen Zeugnisse hinterlassen. Das setzt erst in der Antike ein, sodass wir uns heute, nach zwei Jahrtausenden, noch mit ihrer Musik beschäftigen können.
Für einen großen Teil der Fragen, die du dir während des Studiums stellst (oder vor die du dich gestellt siehst) wirst du alte Texte heranziehen. Mit deinen Antworten bereicherst du unser heutiges Verständnis von Musik. Wir verstehen dann besser, warum in einer bestimmten Zeit eine bestimmte Form der Musik gemacht wurde. Gleichzeitig macht das aber auch klarer, woher unsere moderne Musik kommt, welchen Weg sie gegangen ist. Außerdem betrachtest du mit dem Fokus auf Musik die Geschichte aus einem ganz eigenen Blickwinkel, der helfen kann, die Menschen früher noch vielschichtiger zu begreifen.
Das Kieler Institut hat auch regionale Schwerpunkte gesetzt: Bei uns kannst du dich mit der Musikgeschichte Norddeutschlands und des Ostseeraums befassen. Insgesamt liegen die Schwerpunkte  in den  Bereichen der allgemeinen Musikgeschichte des 15. bis 20. Jahrhunderts, der Musikästhetik und der Musiktheorie. Ein methodischer Schwerpunkt liegt in der möglichst engen Verknüpfung der genannten Bereiche mit der Analyse einzelner musikalischer Werke.
Musikwissenschaft wird als Zwei-Fächer-Bachelor-Studiengang angeboten. Das bedeutet für dich, dass du dir ein weiteres Fach aussuchen musst, dass du mit Musikwissenschaft kombinieren kannst. Informationen zu den Fächerkombinationen und den Strukturen der Zwei-Fächer-Bachelorstudiengänge findest du im Studieninformationsblatt Bachelor- und Masterstudiengänge.
Wenn du mehr über die Studienmöglichkeiten an der Uni Kiel erfahren möchtest, wende dich bitte an die Mitarbeiterinnen der Zentralen Studienberatung. Oder sprich den Studienfachberater an.

Was solltest du mitbringen?

Was solltest du mitbringen?

Unerlässlich ist es, dass du eine ordentliche Portion Liebe zur Musik mitbringst.
Um ihre Geschichte nachvollziehen zu können, solltest du auch selbst Musik machen können: Instrumente spielen, singen, Noten lesen. Du musst das nicht perfekt können, solltest aber Kenntnisse darin und Spaß daran haben. Wie gut du dich mit der Theorie auskennen solltest, kannst du dir auf unserer Institutsseite ansehen.
Zusätzlich solltest du bereits einige Dinge über die Geschichte der Musik wissen. Dazu gehören grundlegende Kenntnisse der wichtigen Komponisten und ihrer Repertoires. Natürlich solltest du auch über gute sprachliche Fähigkeiten verfügen, da es das Ziel der Musikwissenschaft ist, ihre Erkenntnisse auch adäquat auszudrücken.
Wichtig sind auch weit offene Ohren und eine geistig-kulturelle Neugier, die es dir erleichtern soll, das Fach mit anderen Disziplinen wie Philosophie, Literatur-, Medien-, Kunstwissenschaft, Kulturanthropologie und Soziologie zu verknüpfen.
Neben der allgemeinen oder fachgebundenen Hochschulreife benötigst du entweder das Kleine Latinum oder Lektürekenntnisse in einer modernen skandinavischen oder romanischen Sprache. Dies kannst du auch im Studieninformationsblatt Sprachkenntnisse nachlesen.
Da das Studienfach Musikwissenschaft zurzeit an der Uni Kiel nicht zulassungsbeschränkt ist, brauchst du dich nicht zu bewerben. Informationen zur Einschreibung und was du dafür beachten musst, erhältst du beim Studierendenservice - Bereich Einschreibung und Studienangelegenheiten – der Universität Kiel.

Und was machst du nach dem Studium?

Und was machst du nach dem Studium?

Der Studiengang „Bachelor“ bildet einen ersten qualifizierten Abschluss und ermöglicht dir den frühen Einstieg ins Berufsleben oder bereitet dich auf den weiterführenden Studiengang „Master“ vor, in dem du eigene Schwerpunkte und Forschungsinteressen entwickeln und verfolgen kannst. Wie bei vielen geisteswissenschaftlichen Fächern wirst du im Studiengang Musikwissenschaft jedoch nicht auf ein konkretes Berufsbild hin ausgebildet.
Dir stehen dadurch viele Möglichkeiten offen: Vor allem bist du sehr gut aufgestellt für eine Beschäftigung im Kultur- und Medienbereich. Du bist z. B. qualifiziert für eine Tätigkeit im Kultur-, Konzert- und Musikfestivalmanagement oder Musikdramaturgie an Oper, Theater etc. Dasselbe gilt für Rundfunk, Fernsehen und Printmedien, die Tonträgerindustrie und Musikverlage.
Ebenfalls gut ausgebildet bist du für den musealen Bereich: ob nun in Musikarchiven und Musikgedenkstätten, Musik- und Instrumentenmuseen oder kulturgeschichtlichen Museen – hier kannst du unterkommen.
 
Wir empfehlen dir sehr, schon während deiner Studienzeit Praktika zu absolvieren. Das erhöht deine Einstiegschancen deutlich. Außerdem lernst du verschiedene Branchen kennen und findest viel schneller heraus, auf welches berufliche Einsatzgebiet du dich spezialisieren möchtest.  
Ein Bachelorabschluss ist zudem Voraussetzung für einen weiterführenden Studiengang wie den Master. Dort kannst du dich weiter spezialisieren und deine wissenschaftlichen Qualifikationen für eine spätere Tätigkeit in der Forschung ausbauen.
Über weitere spätere Beschäftigungsmöglichkeiten informiert dich gern die Studienfachberatung.

Gängige Vorurteile

„Musikwissenschaft ist doch keine richtige Wissenschaft. Da sitzt man zusammen, macht ein bisschen Musik, aber das ist doch nichts Reelles! Außerdem: Ist denn zu Mozart, Beethoven und Co. nicht schon alles gesagt? Da beschäftigen sich irgendwelche Forscher doch schon seit Jahrhunderten mit. Und Lady Gaga zu analysieren – ich weiß nicht...“
Stimmt: Wer sich ausschließlich mit aktueller Popmusik beschäftigen will, wird angesichts der historischen Breite unseres Studienangebots vom Mittelalter bis zum 21. Jahrhundert nicht recht glücklich werden. Und in der Tat haben sich schon Generationen von Musikwissenschaftlern mit den Werken bspw. eines Mozart oder Beethoven beschäftigt. Das heißt aber noch lange nicht, dass schon alles gesagt sei – es gibt immer noch viel zu entdecken und neue Ansätze und Methoden bieten immer wieder neue Perspektiven.
Wir sitzen übrigens auch nicht zusammen und machen Musik, sondern beschäftigen uns wissenschaftlich mit dem Thema. Wir wenden Methoden an, die uns vieles über die Kultur und die Kulturschaffenden verraten. Da geht es durchaus „ans Eingemachte.“