Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

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Medizin - Staatsexamen/Erste Prüfung

Medizin - was ist das?

Du denkst jetzt sicher, das weiß doch jeder. Man studiert Medizin und danach ist man Ärztin oder Arzt! Aber weißt du auch, was zu einem Medizinstudium alles dazugehört und wie es aufgebaut ist?

Medizin ist die eingedeutschte und verkürzte Form des lateinischen ars medicina. Das bedeutet übersetzt Heilkunst. Grob gesagt ist die Medizin die Wissenschaft von den Ursachen, der Heilung und der Vorbeugung von Krankheiten oder Körperschäden beim Menschen.

Im Wesentlichen lernst du, Gebrechen zu erkennen, richtig zu behandeln sowie die gesundheitliche Vor- und Nachsorge vorzunehmen. Ein weiterer Zweig der Medizin ist die Forschung, auf die du im Studium vorbereitet wirst.

Dein Medizinstudium dauert in der Regel 6 Jahre und gliedert sich in einen zweijährigen vorklinischen und einen vierjährigen klinischen Teil. Nach beiden Teilen musst du jeweils eine so genannte Ärztliche Prüfung ablegen.

Geht´s noch ein bisschen genauer?

Geht´s noch ein bisschen genauer?

Ja klar! Im vorklinischen Teil lernst du die Grundlagen der Medizin kennen. Es geht im Wesentlichen um die Erfassung von Form und Funktionen des gesunden Menschen.

Dieser Teil deines Studiums ist sehr naturwissenschaftlich ausgerichtet. Du lernst die Anatomie und Physiologie des Menschen genauso kennen wie die medizinische Psychologie und die medizinische Fachsprache.

Gegenstand des klinischen Studiums sind die allgemeine und spezielle Krankheitslehre sowie die theoretischen und wichtigsten praktischen Grundlagen der klinischen Medizin.
Diese Aspekte sind in viele verschiedene Fächer unterteilt: von A wie Allgemeinmedizin bis V wie Virologie. Hinzu kommen fächerübergreifende Vorlesungen und Seminar, zu Themen wie Notfallmedizin, Rehabilitation oder Naturheilverfahren.

Neben den grundlegenden medizinischen und methodischen Kenntnissen erlernst du auch die praktischen und psychischen Fähigkeiten, die du für deinen späteren Beruf brauchst. Neben speziellen Lehrveranstaltungen erwirbst du diese Kenntnisse auch während der umfangreichen Praxisphasen deines Studiums.

So musst du spätestens bis zum Ende deines vorklinischen Studiums einen Erste-Hilfe-Kurs und einen dreimonatigen Krankenpflegedienst in einer Klinik ableisten. Wir empfehlen dir jedoch sehr, diese Praktika vor Beginn deines Studiums zu absolvieren, damit du nicht zu sehr in Zeitnot gerätst. Dein Arbeitspensum im Studium wird sehr hoch sein.

Eine weitere Praxisphase folgt in der vorlesungsfreien Zeit im klinischen Teil deines Studiums: die so genannte Famulatur. Diese besteht aus einem viermonatigen Praktikum, in dem du verschiedene mögliche Berufsfelder kennenlernst. Zwei Monate wirst du im Krankenhaus arbeiten, einen Monat in einer Arztpraxis, und einen weiteren Monat wahlweise in Klinik oder Praxis, oder auch in einer Einrichtung wie zum Beispiel in einer Dienststelle des öffentlichen Gesundheitswesens.

Die Praktika sind extrem wichtig, um dich von Anfang an auf deine spätere alltägliche Arbeit vorzubereiten. Neben den rein fachlichen Aspekten lernst du dort auch den Umgang mit Patienten sowie die Zusammenarbeit mit Pflegepersonal und Kollegen.

Das letzte Jahr deiner medizinischen Ausbildung ist dann vollends der Praxis gewidmet. Es ist das sogenannte PJ, das praktische Jahr. Du arbeitest insgesamt 48 Wochen in einem Krankenhaus. Erst danach folgt der zweite Abschnitt der Ärztlichen Prüfung, der dein Studium abschließt.

Als Ärztin oder Arzt wirst du später einen sehr verantwortungsvollen Beruf ausüben. Darauf soll dich dein Medizinstudium möglichst umfassend vorbereiten. Und aus diesem Grund stehen auch die Darstellung der rechtlichen, ethischen und ökonomischen Aspekte der Medizin sowie die Struktur und Funktion des Gesundheitssystems auf dem Lehrplan. Alle Lehrveranstaltungen sollen zudem deine Bereitschaft und Fähigkeit zur ständigen Weiterbildung, zu fächerübergreifendem Denken und zur interdisziplinären Zusammenarbeit fördern.

Für weitere Infos rund um die Medizin und dein Studium informiert dich gern die Zentrale Studienberatung. Als Medizinstudentin oder -student kannst du dich auch an den Studienfachberater wenden.

Was solltest du mitbringen?

Was solltest du mitbringen?

Wenn du Medizin studieren möchtest, ist Freude am naturwissenschaftlichen Denken und Hinterfragen Grundvoraussetzung. Gerade in diesem Bereich sind auch möglichst gute Vorkenntnisse für dich von Vorteil.

Der sehr anspruchsvolle naturwissenschaftliche Teil deines Medizinstudiums wird dir andernfalls äußerst schwer fallen.

Die zweite wichtige Voraussetzung für ein Medizinstudium ist die Fähigkeit, mit Menschen umgehen zu können. Der persönliche Kontakt mit deinen späteren Patienten ist ein nicht zu unterschätzender Faktor. Und selbst wenn du in die Forschung gehen möchtest, ist diese Fähigkeit wichtig – denn ohne Teamarbeit läuft heutzutage nichts mehr.  

Lateinkenntnisse sind zwar für das Studium nicht vorgeschrieben, jedoch sehr hilfreich. Der Zugang zu den medizinischen Fachbegriffe wird dir so erheblich erleichtert.

Insgesamt musst du dich auf ein sehr lernintensives Studium gefasst machen. Du solltest also die Bereitschaft mitbringen, während deines Studiums viel Zeit in deinen Traumberuf zu investieren.

Weil Medizin ein so beliebtes Studium ist, erfolgt die Vergabe von Studienplätzen durch die Stiftung für Hochschulzulassung. Aus diesem Grund brauchst du in der Regel auch einen ziemlich guten Notendurchschnitt im Abitur. Alle notwendigen Informationen und Antragsformulare zum Medizinstudium in Kiel findest du hier

Was machst du nach dem Studium?

Was machst du nach dem Studium?

Nachdem du deine Ausbildung erfolgreich abgeschlossen hast, kannst du beim Staat eine Zulassung zur Ausübung des ärztlichen Berufes beantragen, die so genannte Approbation.

Anschließend kannst du entweder als niedergelassene Ärztin oder niedergelassener Arzt in einer Praxis oder in einem Krankenhaus, einer Kur- oder Rehaklinik arbeiten.

Des Weiteren stehen dir Betätigungsfelder in Forschung und Lehre, in der Verwaltung, als Sanitätsoffizier oder -offizierin oder in betriebsärztlichen Diensten offen.

Über weitere spätere Beschäftigungsmöglichkeiten informiert dich gern die Studienfachberatung.

Gängige Vorurteile

Medizinstudenten sind Götter in Weiß und machen durch exzessiven Fremdwörtergebrauch schon früh auf ihre Exklusivität aufmerksam!

Götter in Weiß? Die Zeiten, wenn es sie überhaupt je gab, sind längst vorbei! Erstens gewinnt aufgeschlossener Patientenkontakt und Teamarbeit immer mehr an Bedeutung und zweitens sind die allermeisten Ärztinnen und Ärzte hart arbeitende Menschen in einem sehr verantwortungsvollen Beruf – da ist kaum Platz für Eitelkeiten. 

Weiterführende Informationen findest du hier:

Zentrale Studienberatung
Studienfachberatung Medizin
Fakultätsseite der Medizin
Studieninformationsblatt Medizin
Interview aus der Reihe "Steckbrief Studienfächer"
Fachschaft Humanmedizin