
In der Materialwissenschaft dreht sich alles um Materialien, also um Werkstoffe, die eine wichtige Rolle in der industriellen Produktion spielen, oder spielen werden.
Schon immer waren die unterschiedlichen Werkstoffe sowie ihre Entdeckung und Weiterentwicklung für den Menschen von großer Bedeutung. Das erkennst du daran, dass die Phasen unserer Frühgeschichte nach den jeweils vorherrschenden Werkstoffen benannt wurden: Stein-, Bronze- und Eisenzeit.
Gerade in den letzten Jahrzehnten kannst du auf dem Gebiet der Werkstoffe einen enormen Wandel feststellen. Im letzten Jahrhundert waren noch Eisen und Stahl die wichtigsten Werkstoffe. An ihre Stelle treten nun Schritt für Schritt moderne, hochtechnologische Werkstoffe wie Halbleiter, Keramik oder Polymere.
Diese so genannten Funktionswerkstoffe zeichnen sich beispielsweise durch ganz besondere mechanische, chemische, elektrische oder optische Eigenschaften aus. Diese können gezielt beeinflusst und so individuell auf die jeweilige Anwendung zugeschnitten werden.
Diese rasante Entwicklung führt zu völlig neuen Anforderungen an Materialforscher, Werkstoffentwickler und Fertigungstechniker – und damit auch an dich als angehende Materialwissenschaftlerin oder angehenden Materialwissenschaftler.
Ja klar! Die Materialwissenschaft kombiniert Natur- und Ingenieurswissenschaften für die Entwicklung, Erforschung, Herstellung und Prüfung von innovativen Werkstoffen.
Hier in Kiel liegt der Schwerpunkt deiner Ausbildung zum Bachelor of Science auf Funktionswerkstoffen aus Metallen, Halbleitern, Keramiken und Polymeren. Außerdem lernst du in deinem Studium so genannte Materialverbünde kennen, in denen verschiedene Materialien kombiniert werden.
Die modernen Funktionswerkstoffe haben übrigens schon viele Bereiche unseres Lebens revolutioniert. Sie sind bei fast allen topaktuellen Technologien maßgeblich im Einsatz. Solarzellen, Computerprozessoren und Medizintechnik der neuesten Generation - alles wäre undenkbar ohne modernste Werkstoffe. Weiterhin ermöglichen sie durch leichtere Bauweisen bei verbesserter Funktionalität, den Energieverbrauch von Autos oder Flugzeugen zu senken. Die dringend notwendige alternative Energieerzeugung ist ohne moderne Funktionsmaterialien undenkbar.
Zuallererst solltest du natürlich ein grundsätzliches Interesse an naturwissenschaftlichen und technischen Zusammenhängen haben.
Wenn du Lust auf Mathe, Chemie und Physik hast und auch die technischen Umsetzungen, die diese Fächer ermöglichen, spannend findest, bist du bei den Materialwissenschaften genau richtig. Für einen guten Start kannst du an der Uni Kiel vor Semesterbeginn an einem zweiwöchigen mathematischen Vorkurs teilnehmen. So kannst du dein Schulwissen auffrischen und erweitern. Hier findest du alle weiteren Infos zu diesem Kurs.
Da die Materialwissenschaft ihr Wissen und ihre Methoden aus verschiedenen Disziplinen bezieht, sind breit angelegte naturwissenschaftliche Vorkenntnisse für dich von Vorteil.
Analytisches Denken sollte dir ebenso leicht fallen wie konzentriertes und auch mal längeres Arbeiten unter Zeitdruck. Eine schnelle Auffassungsgabe - auch von komplexen Zusammenhängen - und gute Englischkenntnisse runden dein Profil ab.
Da du während des Studiums in den Laborpraktika und auch später im Beruf immer in Gruppen arbeiten wirst, solltest du auch Spaß an der Teamarbeit haben. Zielgerichtet diskutieren und konstruktive Kritik akzeptieren zu können ist für den Erfolg von Experimenten oftmals sehr wichtig.
In deinem letzten Semester musst du dann eine berufsorientierte dreimonatige Praxisphase absolvieren. So kannst du dich bestens auf deinen Übergang ins Arbeitsleben vorbereiten.
Da das Studienfach Materialwissenschaft zurzeit an der Uni Kiel nicht zulassungsbeschränkt ist, brauchst du dich nicht zu bewerben. Informationen zur Einschreibung und was du dafür beachten musst, erhältst du beim Studierendenservice - Bereich Einschreibung und Studienangelegenheiten - der Universität Kiel.
Die riesigen Fortschritte in der Materialwissenschaft mit immer besseren Produkten führen zu einer großen Nachfrage nach qualifiziertem Fachpersonal. Und so stehen dir als ausgebildete Materialwissenschaftlerin oder ausgebildetem Materialwissenschaftler zahlreiche Betätigungsfelder offen.
Du kannst in Unternehmen oder in Forschungseinrichtungen arbeiten, die neue Werkstoffe entwickeln, herstellen, prüfen, verarbeiten oder anwenden. Durch deine analytischen Kompetenzen, die du im Studium erwerben wirst, eröffnen sich dir auch Berufe in Bereichen der Konstruktion, der Betreuung und im Vertrieb analytischer Geräte oder in Materialprüfanstalten.
Auch im Produktionsbereich, zum Beispiel in so genannten „fusselfreien“ Reinräumen, bist du als Ingenieurin oder Ingenieur mit einem fundierten naturwissenschaftlichen Wissen sehr gern gesehen.
Du kannst nach deinem abgeschlossenen Bachelorstudium auch einen Master-Studiengang aufnehmen, um dich weiter zu spezialisieren. Wenn du dich dafür interessierst, findest du hier weitere Informationen.
Über die vielfältigen späteren Beschäftigungsfelder kannst du dich bei den Studienfachberatern genauer informieren.
Das sind doch alles weltfremde Laborratten!
Von wegen! Zum Beispiel dank umweltfreundlicher und energiesparender Werkstoffe verbessern sie unsere Welt sogar öfter und nachhaltiger als du dir vielleicht vorstellen kannst.