Christian-Albrechts-Universität zu Kiel

Kopfbild

Seiteninhalt

Biochemie / Molekularbiologie - Bachelor

Biochemie/Molekularbiologie - was ist das?

Biochemiker bzw. Molekularbiologen wollen nicht weniger als – das Leben verstehen. Nun ist das ein ziemlich großes Ziel. Um ihm Stück für Stück näher zu kommen, arbeitet das Fach mit einem Trick: Es geht mit stark fokussiertem Blick tief ins lebende System und betrachtet es von seiner kleinsten Ebene aus, den Molekülen. Du wirst, anders ausgedrückt, chemische und physikalische Strukturen und Prozesse in lebenden Systemen untersuchen. Ohne diese Betrachtungsweise ist ein Verständnis der molekularen Abläufe in lebenden Systemen unmöglich.
Die Moleküle und die chemischen Verbindungen, die sie zusammen halten, untersuchst du als Biochemiker bzw. Molekularbiologe. Deine Objekte sind Tiere, Menschen, Pflanzen, Mikroorganismen – eben alles, was lebt. Dazu lernst du, Methodiken der Biologie und der Chemie zu kombinieren und daraus neue Ansätze zu entwickeln. Weil das Leben aber so faszinierend vielfältig ist und du es grundlegend verstehen möchtest, nutzt du als Biochemiker auch intensiv Erkenntnisse benachbarter Disziplinen wie Mathematik, Physik und Medizin.

Geht´s noch ein bisschen genauer?

Geht´s noch ein bisschen genauer?

Ja, klar! Manche Fragen der Biochemie kennst du vielleicht sogar noch aus der Schule: Woraus bestehen Zellen und was passiert in ihnen?
Was für Stoffe fließen in den Zellen? Welche chemischen Bindungen halten sie zusammen? Wie sehen die Stoffwechselprozesse auf der molekularen Ebene aus und auf welchen Wegen werden Informationen innerhalb eines Organismus bzw. zwischen mehreren Organismen ausgetauscht?
An diese Fragen gehst du während deines Studiums mit gründlichem wissenschaftlichen Hintergrund heran: Du wirst die physikalischen und chemischen Prozesse auf der molekularen Ebene mit einem sehr breiten Spektrum an v.a. physikalischen Methoden beobachten, messen, analysieren und aus den Ergebnissen allgemeingültige Gesetzmäßigkeiten und Modelle formulieren.
Klingt komplex? Daran wirst du dich gewöhnen. Denn am Beginn des Studiums werden die nötigen Grundlagen in Chemie und Biologie noch getrennt vermittelt, erst später wird es mit der eigentlichen Biochemie vielschichtiger. Und noch spannender! Denn dann werden die Verbindungen zur Medizin immer enger, genauso nimmt die Bioinformatik zunehmend Raum ein.
Wenn du mehr über die Studienmöglichkeiten an der Uni Kiel erfahren möchtest, wende dich bitte an die Zentrale Studienberatung. Oder sprich die Studienberaterinnen und –berater der Biochemie / Molekularbiologie an. Die geben dir gern wichtige Informationen über die Fächer und über das Studium. Wir empfehlen dir sehr, diese Angebote der Uni anzunehmen. Es lohnt sich!

Was solltest du mitbringen?

Was solltest du mitbringen?

Du solltest natürlich ein starkes Faible für Naturwissenschaften allgemein und für Chemie und Biologie im Besonderen haben. Und dazu den Drang verspüren, hinter die Dinge zu schauen, um sie gründlich zu verstehen.
Für die Biochemie und Molekularbiologie solltest du nicht nur über eine ausgezeichnete Beobachtungsgabe verfügen. Es wird dir auch sehr helfen, wenn du Dinge gern nicht nur für sich betrachtest, sondern in ihren Zusammenhängen.
Denn als Biochemiker beginnst du zwar mit dem einzelnen Molekül – ziehst aber den Bogen zum ganzen lebenden System und seinen Wechselwirkungen mit anderen Organismen.
Das kann ein Mikroorganismus sein, eine Pflanze, ein Labortier oder dein Artgenosse, ein anderer Mensch. Wenn du es mit letzterem zu tun hast, arbeitest du grundsätzlich interdisziplinär, nämlich mit einem Humanmediziner, zusammen. Für all diese Untersuchungen wirst du eine breite Palette hochmoderner und komplexer Labortechnologie nutzen. Egal, ob du am ganzen Organismus arbeitest – du wirst das dann „in vivo“-Verfahren nennen – oder an Teilen davon – „in vitro“ – du präparierst deine Objekte selbst. Dafür und für die Experimente selbst brauchst du praktisches Geschick.
Ein großer Teil der Fachliteratur in diesem Feld wird auf Englisch veröffentlicht – die Sprache solltest du also gut beherrschen. 

Für einen guten Start kannst du an der Uni Kiel vor Vorlesungsbeginn an einem zweiwöchigen Vorkurs Chemie teilnehmen. So kannst du dein Schulwissen auffrischen und erweitern. Weitere Informationen erhältst du beim IPN – Leibnizinstitut für die Pädagogik der Naturwissenschaften und Mathematik.

Der Bachelorstudiengang Biochemie / Molekularbiologie ist an der Uni Kiel zulassungsbeschränkt. Das heißt: Du musst dich für einen Studienplatz bewerben. Wie das geht und was du beachten musst, erfährst du beim Studierendenservice - Bereich Bewerbung und Zulassung - der Universität Kiel.

Und was machst du nach dem Studium?

Und was machst du nach dem Studium?

Du wirst vor allem viel arbeiten. Denn Biochemiker und Molekularbiologen sind gesucht und immer noch rar.  
Mit dem abgeschlossenen Studium stehen dir viele Wege offen. Wo immer Biologie und gleichzeitig Chemie im Spiel sind, gibt es Arbeitsplätze für dich und deine Kommilitonen. Auch bei uns in Kiel gibt es nur wenige Studienplätze im 1. Fachsemester für das Fach: 20 im Bachelorstudiengang und 15 für die angehenden Master. Das bedeutet für dich individuelle Betreuung, intensives Lernen, zügiges Vorankommen und daher sehr gute Chancen am Arbeitsmarkt.
Dein künftiger Job kann in der medizinischen Forschung sein und sich mit Diagnostik und Therapie beschäftigen. Auch in der Biotechnologie stehen dir spannende Möglichkeiten offen. Dort forschen Biochemiker zum Beispiel an nachwachsenden Rohstoffen und für die Nahrungsmittelindustrie. Ein weiteres Feld, für das du mit deinem Studium prädestiniert bist, ist die Pharmaindustrie, z.B. als Pharmareferent.
Häufig schließt sich an das Master-Studium eine Promotion an. Ein Teil der Absolventen belegt noch ein Zweitstudium in Human- oder Veterinärmedizin. Dieses öffnet die Tür zu einer Anstellung als Klinischer Biochemiker.
Über weitere spätere Beschäftigungsmöglichkeiten informieren dich die Studienfachberater.

Gängige Vorurteile

„Biochemie und Molekularbiologie, das ist ein bisschen Biologie mit einem Hauch Chemie. Also oberflächlich und unentschlossen, genau richtig für Leute, die sich nicht entscheiden können.“
Das ist natürlich Humbug! Biochemiker lernen dasselbe wie Biologen und Chemiker.
Dazu Mathematik und Physik. Denn erst wenn sie das alles richtig verknüpfen, können sie gründlich in die Tiefen eines Organismus eintauchen und dort mit ihrem riesigen Arsenal an Techniken nach den Geheimnissen des Lebens forschen.